Stufe 4 auf dem Handy, am Waldeingang kein Schild. Darf man hinein? Darf der Kocher an? Genau an dieser Stelle wird der Waldbrandgefahrenindex oft falsch verstanden.

Der Deutsche Wetterdienst berechnet den Waldbrandgefahrenindex WBI während der Waldbrandsaison in der Regel täglich. Das Modell arbeitet mit Wetterdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Niederschlag und Strahlung. Die Ausgabe reicht von Stufe 1 bis 5: von sehr geringer bis sehr hoher Gefahr.

Ein Index beschreibt Risiko

Der WBI ist eine fachliche Einschätzung der meteorologischen Waldbrandgefahr. Er sagt nicht automatisch, dass ein bestimmter Wald geschlossen ist. Umgekehrt bedeutet eine niedrige Stufe nicht, dass dort jedes Feuer erlaubt wäre.

Der DWD formuliert das selbst deutlich: Der Index dient den verantwortlichen Landesbehörden zur Einschätzung; Waldbrandwarnungen fallen nicht in die Zuständigkeit des DWD.

Die fünf Stufen

1 – sehr geringe Gefahr: meteorologisch entspannte Lage.

2 – geringe Gefahr: erhöhte Aufmerksamkeit schadet trotzdem nicht.

3 – mittlere Gefahr: trockene Bedingungen werden relevant, lokale Hinweise ernst nehmen.

4 – hohe Gefahr: besonders vorsichtig verhalten, lokale Einschränkungen prüfen.

5 – sehr hohe Gefahr: extreme Vorsicht; Behörden können zusätzliche Maßnahmen treffen.

Diese Einordnung ersetzt nicht die Regeln vor Ort. In Niedersachsen beispielsweise gelten saisonale Verbote für Rauchen und Feuer in Wald, Moor und Heide unabhängig davon, ob der WBI gerade 2 oder 5 zeigt.

Was vor einer Tour wirklich zählt

Am Morgen der Tour lohnt sich der Blick auf drei Ebenen: WBI des DWD, Hinweise der zuständigen Forst- oder Kommunalbehörden und Beschilderung am Ort. Wer einen Trekkingplatz gebucht hat, sollte zusätzlich beim Betreiber nachsehen – Feuerstellen können kurzfristig gesperrt werden.

MerksatzDer WBI sagt, wie brandgefährlich die Wetterlage ist. Er sagt nicht, was du rechtlich darfst.

Wer diese Trennung im Kopf behält, liest die fünf Stufen genau so, wie sie gedacht sind: als Warnsignal für die Lage – nicht als Ersatz für örtliche Regeln.