Das Smartphone ist heute meistens die beste Karte, die man dabei hat. Es zeigt den Standort, die Route, Höhenmeter und oft sogar Abzweigungen. Genau deshalb ist es unsinnig, digitale Navigation schlechtzureden. Sinnvoll ist nur, ihr einen Plan B zu geben.
Der Deutsche Alpenverein empfiehlt weiterhin, topografische Karten lesen zu können. Digitale Karten sind wertvolle Hilfsmittel, Papier funktioniert jedoch unabhängig von Akku, Empfang und Geräteschaden.
Drei Fähigkeiten reichen für den Anfang
Die Karte verstehen: Wege, Gewässer, Höhenlinien und markante Geländepunkte erkennen. Eng stehende Höhenlinien bedeuten steileres Gelände; Täler, Rücken und Gipfel werden auf einer guten Karte sichtbar.
Die Karte ausrichten: Wer weiß, wo Norden liegt und die Karte passend zum Gelände dreht, erkennt Zusammenhänge deutlich schneller. Dafür reicht zunächst ein einfacher Kompass.
Gelände und Karte vergleichen: Kreuzung, Bach, Waldrand, Aussichtspunkt oder Höhenrücken suchen und mit der Karte abgleichen. Das ist im Ernstfall oft wertvoller als eine komplizierte Peilung, die man nie geübt hat.
Offline ist wichtiger als „kein Netz“
GPS-Ortung braucht nicht zwingend Mobilfunk. Viele Navigationsapps funktionieren auch ohne Netz, wenn Karten und Route vorher heruntergeladen wurden. Wer erst im Funkloch die Karte laden möchte, hat dagegen ein Problem.
Vor einer Tour gehören Offline-Karte, ausreichend Akku und bei längeren Unternehmungen eine Powerbank zum digitalen Teil der Planung. Für abgelegenes oder unübersichtliches Gelände ist eine Papierkarte oder wenigstens ein ausgedruckter Ausschnitt ein unkompliziertes Backup.
Kompasswissen muss benutzt werden
Ein Kompass unten im Rucksack hilft niemandem, wenn die Bedienung nur aus einem YouTube-Video von vor drei Jahren bekannt ist. Ein Nachmittag im bekannten Gelände reicht, um Grundlagen zu üben: Karte ausrichten, einen markanten Punkt bestimmen, Wegverlauf vorhersehen und später kontrollieren.
Das Ziel ist nicht, auf Technik zu verzichten. Es ist, nicht orientierungslos zu werden, nur weil ein einzelnes Gerät ausfällt.
